Alles unter Kontrolle

Ingolstadt (DK) Eingezäuntes Gelände, Taschenkontrollen, verstärkte Polizeipräsenz, Videoüberwachung – das Thema Sicherheit spielt auf dem Pfingstvolksfest eine wichtige Rolle. Trotzdem könne es laut Peter Steffen von der Firma Secura eine 100-prozentige Sicherheit nicht geben.

 

Freundlich fragt der Security-Mitarbeiter eine Dame im rosafarbenen Blümchen-Dirndl, ob er einen Blick in ihre Tasche werfen dürfe. Ohne Widerworte öffnet die Volksfestbesucherin ihren schwarzen Beutel. Verbotene Gegenstände zieht der Security-Mann nicht aus der Tasche, so dass er sie passieren lässt und ihr einen angenehmen Aufenthalt wünscht. Die stichprobenartigen Taschenkontrollen auf dem Pfingstvolksfest stoßen bei der Mehrzahl der Besucher auf Verständnis: „Es gibt so gut wie keine Probleme am Eingang. Die Akzeptanz ist zu 99,9 Prozent da. In den vergangenen Tagen hatte ich nur eine Person, die sich bei der Kontrolle beschwer hat“, sagt Peter Steffen, Bereichsleiter Security von Secura.

Das Ingolstädter Unternehmen ist auf dem Volksfest mit für die Sicherheit verantwortlich. Marschiert man über das Volksfestgelände, so scheinen jedoch ohnehin viele Menschen auf Rucksäcke und große Taschen verzichtet zu haben – so wie die Polizei im Vorfeld dazu aufgefordert hat. Findet ein Sicherheitsmitarbeiter bei einem Besucher einen Gegenstand, der auf der Liste der verbotenen Gegenstände an den Eingängen steht, dann gilt: „Wir nehmen niemandem etwas ab, weil wir gar nichts abnehmen dürfen. Wir müssen nur den Zutritt verwehren. Wenn ein Besucher das Gelände mit einer Glasflasche betreten will, dürfen wir diese Person zunächst nicht reinlassen und müssen demjenigen sagen, dass er die Flasche leert und sie danach im Mülleimer entsorgt.“

Anders verhält es sich, wenn ein Volksfestgast mit einer Waffe oder einem Messer, das unter das Waffengesetz fällt, ankommt: „Dann wird sowieso sofort die Polizei hinzugezogen“, sagt der Sicherheitsexperte. So mancher männlicher Volksfestbesucher trage in der Tasche seiner Lederhosen einen Hirschfänger. „Mit einem solchen Messer darf man natürlich nicht auf das Festgelände. Bedeutet: Man muss es zurück ins Auto oder nach Hause bringen. Die Person darf auf jeden Fall nicht rein, solange sie den Gegenstand bei sich trägt.“

Doch nicht nur die verstärkten Taschenkontrollen gehören auf dem Pfingstvolksfest zum ausgetüftelten Sicherheitskonzept, das in Zeiten des Terrors mittlerweile längst zum Standard für Großveranstaltungen geworden ist. Wie bereits auf dem Herbstfest setzen Polizei und Stadt auf selektive Personenkontrollen, ein eingezäuntes Gelände und verstärkte Polizeipräsenz. Auch sechs mobile Videokameras wurden auf dem Festgelände installiert. Die Bilder laufen ab dem späten Nachmittag – zu der Zeit also, wenn der Alkoholpegel und damit die Anzahl an Polizeieinsätzen steigt – in der Polizeizentrale ein, wo ein Beamter vor dem Bildschirm sitzt und die Menschen im Blick hat.

Trotz des gut durchdachten Sicherheitskonzeptes könne es laut Steffen eine 100-prozentige Sicherheit nicht geben. „Ich kenne keinen Ort auf der Welt, an dem man derzeit vollkommen sicher ist, wie man jetzt auch wieder in London oder Manchester gesehen hat.“ Das Unternehmen Secura arbeitet eng mit der Polizei, dem Ordnungsamt der Stadt Ingolstadt und der Veranstaltungs-GmbH zusammen. Er betont: „Wir machen das Menschenmögliche, damit das Fest so sicher wie möglich ist, ohne aus dem Gelände ein Gefängnis zu machen. Uns ist wichtig, dass die Leute beruhigt dort hingehen können. Ich denke, das ist uns gelungen.“